Sigmar Polke (1941 in Oels – 2010 in Köln) verwendet immer wieder ungewöhnliche Materialien in seinen Werken und äußert damit seinen Widerstands gegen Gepflogenheiten des Bürgertums und des Kunstbetriebs. Ab den 1960er und 1970er-Jahren greift er beispielsweise Motive aus der Modewelt auf, wie eine Anzeige für Polyesterfasern, spannt Gardinenstoff auf einen ungeschliffenen Keilrahmen oder lässt flüssige Farbe auf einen Polyester-Flokati tropfen. 1986 bespielt er den deutschen Pavillon der Venedig Biennale, wo er unter dem Titel Athanor mit Chemikalien und physikalischen Prozessen experimentiert.
Als Teil des Verbundprojekts Sigmar Polke. Athanor Now, das auf Initiative der Anna Polke Stiftung entstanden ist, erinnert die Präsentation im Kunstmuseum Bonn an das vierzigjährige Jubiläum seines Beitrags zur Venedig Biennale, für den Polke einen Goldenen Löwen erhielt.